In kurzen Worten mein Werdegang als Motorradfahrer: etwa 1974 - ich war noch 13 - haben wir uns aus Schrottteilen einen Rahmen (nach Egli-Vorbild) zusammengeschweisst und einen Kreidlermotor reingehängt. Damit habe ich dann - natürlich bestimmt nur auf privatem Gelände - meine ersten Bikeerfahrungen gesammelt. Zwangsläufig musste dann mit 15 ein Mofa her, das lief dann nach "gutem Zureden" sehr schöne 25 oder so.
Es folgten mit 16 ein NSU Quickly, Jahrgang 1954, das meine Geländeausflüge nicht ausgehalten hat und daher dann ein Jahr später eine Zündapp Combinette für die ich gemäß Pavel Husaks Buch "Geländesportmotorräder" (Motorbuch Verlag) einen abgestimmten Auspuff gebaut habe, denn der Motor war defekt als ich sie für DM 50,- bekam und an den Motor, den ich vom Schrott für DM 7,- erworben hatte, passte der Originalauspuff nicht. Der Auspuff hatte natürlich einen Zusatzschalldämpfer, weil ich eine abgrundtiefe Abneigung gegen Lärm habe. Ich musste dann auch zu dem Ersatzmotor passend eine Fussrastenanlage und einen Schalthebel bauen, denn der Motor wich vom Original etwas ab.
Mit 18 (1978) durfte ich (Führerschein im November auf Yamaha DT 175 gemacht) einen Winter mit der Honda SL 125 meines großen Bruders fahren. Nach endlosen Kickorgien bei feuchter Witterung baute ich ihr eine Bosch-Zündspule eines DKW-Dreizylinderautos ein (6V). Damit war das Zündproblem ein für alle Mal behoben.
Mein Bruder verkaufte später das Gerät und ich legte mir 1979 eine neuwertige Bultaco Alpina 350 zu. Klar: Trialfahren, Teerstraße nur als Notlösung um unbefestigtes Terrain zu erreichen. Über zweieinhalb Jahre jede Menge Turnübungen bergauf, bergab, kreuz und quer und z. B. zwischen Bäume durch die viel zu eng standen für den 90 cm breiten Lenker. Alles geht wenn man will mit so einem Ding. Erwähnenswert ist hier der Verschleiß an Zündkerzen: alle 1000 km eine Neue und hie und da mal einen neuen Kolben.
Nun war ich aber reif für die Straße und erwischte eine günstige CB 550 F1 mit Getriebeschaden. Hab ich natürlich gleich gerichtet und TÜV gemacht aber ich hatte wenig Spaß damit, sie soff wie eine Sechszylinder (8-10 Liter / 100 km) und ich verkaufte sie wieder.
Durch ein schlimmes Unglück kam ich zu der BMW R 65, die ich von 1983 bis 1988 über ca. 60000 km fuhr. Zunächst war es eigentlich eine 450er, die ich auf 650 ccm umgebaut habe, natürlich mit TÜV-Abnahme. Auf diesem Motorrad erwies sich meine Turnerfahrung als vorteilhaft, das Ding war wirklich eine Gummikuh, sie verwand sich vor allem ab 130 km/h. Ich brauchte mindestens 5000 km um mich drauf einzufahren und die Angst beim Bremsen vor Kurven beherrschen zu lernen. In der Kurve Gas wegzunehmen sollte man mit diesen alten BMW´s sowieso tunlichst vermeiden. Anfänger: Hände weg! Aber sie war sparsam und zuverlässig, zwischendurch wollte sie einen hinteren Kurbelwellensimmerring und bei 99000 km wollte sie während einer Urlaubstour in Innsbruck einen Lichtmaschinenrotor. Aber auch die damaligen BMW´s und nicht nur die Hondas und Bultacos dieser Jahre wollten einmal im Jahr eine einschneidende Reparatur.
Nun hatte ich die Alpen eigentlich von Ost bis West und von Nord bis Süd durchkreuzt und legte eine Pause ein.
1992 kaufte ich mir dann eine XJ 900, Typ 31a, weil ich mehr Power wollte aber trotzdem keine Lust auf Kettenspannen hatte. Als ich sie bekam waren Metzeler Reifen drauf und das Lenkkopflager war neu und viel zu streng eingestellt, nur die Auspufftöpfe, der Sammler und die Federbeine waren hin. Na gut, gerichtet und ab die Post. Gen Süden. Und diese Maschine war eine Offenbarung für mich. So einen Kurvenspaß hatte ich bis dahin noch nicht erlebt. Ich bedauere noch heute die Leute, die auf dem Ding was anderes als Metzeler fahren. Gut die Metzeler von 1992 waren bei Regen noch nicht so toll, aber wer kauft sich schon Reifen um bei Regen zu fahren? Heute ist das eh kein Thema mehr. Damit kamen in drei Jahren locker 50000 km zusammen. Kreuz und quer durch Frankreich, die Schweiz und Italien.
Einige Jahre Abstinenz, dann XJ 600, Typ 51j. Nettes Teil aber zu klein für mich und Fußrasten zu tief oder Bodenfreiheit zu wenig.
Also musste wieder eine XJ 900 her und da erwischte ich im Jahre 2000 ein Teil, Baujahr 1984, mit einem richtigen Reparaturstau. Das einzig Positive war der noch erhaltene Originallack. Investitionen: Radlager vorne und hinten, Ölverlust behoben, Kupplung, Auspufftöpfe, Lenkerarmatur und Spiegel erneuert, Verkleidungshalter instandgesetzt, Bremssättel überholt, die hintere Bremsscheibe und - klar -  Beläge erneuert, neue Batterie, Getriebeinstandsetzung und viele weitere Pflege- ind Instandsetzungsarbeiten.
Es kam wie es kommen musste: ich musste mich 2002 davon trennen. Ganz so schwer fiel mir die Trennung nicht, denn sie hatte nicht die Leistung  wie meine frühere XJ 900. Es fehlte in der Endgeschwindigkeit auf der Autobahn um 20 km/h. (Ich hätte unbedingt noch die Steuerzeiten nachsehen müssen...) Aber als Youngtimer wäre sie bald interessant gewesen. Naja, schade drum.
Nun danach lieh ich mir über Jahre hie und da die R 1100 R aus. Näheres dazu könnt Ihr noch lesen, wenn Ihr das entsprechende Bild anklickt.